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Pionierinnen in der Chemie

Wenn wir uns die Preise und Auszeichnungen in der Chemie anschauen, begegnen uns fast nur namhafte Männer. Ist die Chemie eine reine Männerdomäne?

Heute sicher nicht mehr! Aber bis zum Jahr 2025 gingen die verliehenen Nobel-Preise an 827 Männer, 64 Frauen (7,2%) und 28 Organisationen (ohne den Nobelpreis für Wirtschaft; Quelle). In der Chemie zählen wir (Stand 2025) acht Nobel-Preisträgerinnen von insgesamt 198 ausgezeichneten Personen (3,8%). Fünf dieser Wissenschaftlerinnen wurden seit 2009 ausgezeichnet. (Quelle)

Carolyn Bertozzi (2022)
Emmanuelle Charpentier (2020)
Jennifer Doudna (2020)
Frances H. Arnold (2018)
Ada Yonath (2009)
Dorothy Crowfoot Hodgkin (1964)
Irène Joliot-Curie (1935)
Marie Curie (1911)

In der Kategorie Physiologie/Medizin wurden bisher 14 Frauen mit dem Nobelpreis geehrt, darunter auch die deutsche Biologin und Biochemikerin Christiane Nüsslein-Volhard.

Aktuell erleben wir, dass immer mehr Frauen mit ihren wissenschaftlichen Leistungen internationale Anerkennung erlangen. Aber bis nach ihnen Preise benannt werden, wird es noch dauern, da dies häufig erst nach deren Tod erfolgt.

Um die Chancengleichheit und Sichtbarkeit von Frauen im wissenschaftlichen Raum zu fördern hat die GDCh im Jahr 2020 den alle zwei Jahre vergebenen Hildegard-Hamm-Brücher-Preis für Chancengleichheit in der Chemie eingerichtet – ein klares Bekenntnis für mehr Chancengleichheit in der Chemie.

Auch wenn die Chemie im Rückblick von Männern dominiert wurde, gab es immer schon Frauen, die sich davon nicht einschüchtern ließen. Mit Wissensdrang, Hartnäckigkeit und einem Schuss Zivilcourage gingen sie ihren Weg in der Wissenschaft, Wirtschaft, öffentlichem Dienst oder auch Politik. Trotz mancher Anfeindungen erlangten sie häufig die Anerkennung der Männer, mit denen sie zusammenarbeiteten – darunter auch Nobelpreisträger. Man muss bedenken, dass es am Anfang des 20. Jahrhunderts gesellschaftlich noch nicht üblich war, dass Frauen Abitur machen, studieren und dann auch noch ihren Beruf ausüben. Doch leider wurden ihre Leistungen bei Ehrungen, wie der Vergabe von Preisen oder als Namensgeberinnen, nicht berücksichtigt.

Damit diese ersten Frauen in der Chemie nicht in Vergessenheit geraten, haben Prof. Dr. Eberhard Ehlers und Prof. Dr. Heribert Offermanns im Jahr 2020 die Initiative ergriffen, sie posthum zu würdigen und ihre spannenden und vielfältigen Karrierewege in Kurzporträts aufzuzeigen.

Die GDCh stellt diese Porträts der ersten Chemikerinnen (bis 1939 geborene) auf diesen Webseiten vor. Lassen Sie sich beeindrucken und inspirieren von der Leistungskraft und Begeisterung der frühen Chemikerinnen für ihren Beruf.

Die GDCh dankt ganz herzlich den beiden Autoren und Prof. Dr. Barbara Albert, TU Darmstadt, für ihre konzeptionelle Beratung.

"Chemikerinnen – es gab und es gibt sie"
Titelbild Broschüre "Chemikerinnen - es gab und es gibt sie"

Schon 2003 hat der GDCh-Arbeitskreis für Chancengleichheit in der Chemie (AKCC) unter Leitung ihrer damaligen Vorsitzenden Dr. Marion Hertel eine Broschüre "Chemikerinnen – es gab und es gibt sie" mit sieben Porträts und zwei Interviews herausgebracht. Auch diese Portraits beschreiben eindrucksvolle Frauen mit interessanten Lebenswegen.

Zur Broschüre "Chemikerinnen – es gab und es gibt sie"
NEU: Chemie studieren in den 1950er Jahren

Die Seniorexperten Chemie (Senior Expert Chemists; SEC) der GDCh sammeln Erfahrungsberichte, Geschichten, Anekdoten, Bilder und Zeitdokumente zum Studium der Chemie und zur Berufswahl in den 1950er- bis 1980er-Jahren. Die bisher eingegangenen Beiträge finden Sie hier.